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Religion
Dunkelheit. Soweit das Auge reichte nur Dunkelheit. Dunkelheit die das Auge
müde werden ließ. Dunkelheit, die den Verstand trübte. Dunkelheit, die die
Einsamkeit nur verstärkte.
Auf ihrer ständigen Reise durch die vollkommene Dunkelheit hatte die Zeit
ihre Bedeutung verloren. Jahrtausende vergingen auf der Suche nach Leben.
Auf der Suche nach dem Licht. Doch es kam der Tag, an dem Millenia des
Reisens müde war.
Und so beschloss sie, sich schlafen zu legen. Tausend Jahre wollte sie
schlafen. Schlafen und Kräfte sammeln um sich erneut auf die Reise zu
begeben.
Der Schlaf von Millenia war unruhig. Albträume plagten sie. Die Einsamkeit
wollte selbst im Schlaf nicht weichen. Und so geschah es. Ihr unbändiger
Wille nach Leben war es, der ihre magischen Kräfte hervorrief. Kräfte, die
ihre Traumwelt entstehen ließen. Eine Welt mit Flüssen und Seen. Eine Welt
mit Bergen und Steppen. Pflanzen und Tiere schenkten der neuen Welt Leben.
Es war die Traumwelt wie sie Millenia kannte.
Als Millenia erwachte, traute sie ihren Augen nicht. Von der Schönheit
fasziniert und von der Neugier getrieben besuchte sie jede Ecke ihres Landes.
Sie durchstreifte die Berge. Sie ergötzte sich am Meer und bewunderte die
Wälder und Tiere. Sie war zunächst glücklich ob ihrer Schöpfung. Jahrhunderte
vergingen, in denen sich die Welt entwickelte. Doch es entstand erneut eine
Leere in ihr. Eine Leere, die sie sich nicht erklären konnte. Und so beschloss
sie, ihre Kräfte zu nutzen, um Illuria zu erschaffen. Illuria... strahlend
schön war sie, von einem Goldschimmer umgeben. Langes blondes Haar hing von
ihrem Haupt hinab. Strahlend blaue Augen hatte sie. Eine makellose Haut wie
selbst Millenia sie nicht besaß. Doch das Ergebnis hatte seinen Preis. Millenia
fiel aufgrund der großen Anstrengung in einen langen Schlaf...
Mit müden Augen blickte Illuria auf ihre schlafende Mutter hinab. Unwissen und
Sorge waren ihr ins Gesicht geschrieben - war ihr die Welt doch völlig fremd.
Doch regte sich auch Neugier in ihr. So durchforstete auch Illuria die Welt
die vor ihr lag. Doch schnell zeigte sich, dass sie allein war. Sie konnte
sich an der Natur nicht so ergötzen, wie es Millenia getan hatte. Rasch
machten sich Dunkelheit und Einsamkeit in ihrem Herzen breit. Wie lange würde
ihre Mutter schlafen? Fragen über Fragen quälten sie. Und doch wollte sie doch
nur eine Aufgabe haben, ein Ziel vor Augen.
So geschah es, eines Nachts, dass sie wiedereinmal von diesen Träumen heimgesucht
wurde. Träumen die sie schon unzählige Male erlebt hatte. Doch dieses Mal war es
anders. Die Dunkelheit um sie herum wich. Vor ihr standen plötzlich fremde Kreaturen.
Kreaturen mit langen goldenen Haaren. Kreaturen, die die Sprache beherrschten.
Kreaturen die zu ihr aufsahen. Erneut war es geschehen. Der Traum wurde Wirklichkeit.
Das Verlangen nach Gesellschaft hatte Form angenommen. Die Geburtsstunde der
Lichtelfen. Gleich ihrer Schöpferin waren sie reinen Herzens und voller Neugier.
Voller Hingabe kümmerte sich Illuria um ihre Wesen. Sie teilte ihr Wissen und Macht
mit ihnen. Die Elfen dankten es ihr, indem sie ihr huldigten. Das Volk entwickelte
sich rasch. Die Neugier des Volkes spornte sie an. Die ersten Städte entstanden.
Mit Freuden beobachtete Illuria das Tun ihrer Elfen und genoss die Achtung die sie
hatte. Doch über die Jahre hinweg vernachlässigte sie die Elfen. Der Alltag war für
Illuria und die Elfen eingekehrt. Der einstmals so rasante Fortschritt in der
Entwicklung der Elfen war merklich zurückgegangen. Und so kam es, wie es kommen
musste. Das Volk der Elfen teilte sich. Während der eine Teil weiterhin zu Illuria
hielt, wollten es die anderen Elfen nicht weiter hinnehmen, dass Illuria sie
vernachlässigte. So beschlossen sie, die Stadt zu verlassen um sich in den Wäldern
anzusiedeln und eine neue Heimat aufzubauen.
Zu dieser Zeit etwa, erwachte Millenia aus ihrem tiefen Schlaf. Voller Neugier
wollte sie sehen, was Illuria geschaffen hatte. Millenia erschrak über das was
sie sah. Wesen, die die Natur zerstörten um ihre Gebäude zu errichten. Wesen,
die sich im Wald versteckt hielten und hilflos umherirrten. Von Trauer gepackt,
doch voller neuer Energie und Kraft, kümmerte sie sich zunächst um die Waldelfen.
Sie teilte ihr Wissen mit ihnen und verhalf ihnen zu einer Heimat. Die Waldelfen
dankten es ihr. Doch war es nicht das, was Millenia erfüllte. Sie half nicht der
Achtung wegen. Sie half damit sich die Völker im Einklang mit ihrer Umgebung
weiterentwickelten. Doch die Waldelfen waren zufrieden mit dem was sie hatten.
Aus diesem Grund erschuf Millenia ein neues Wesen. Aus dem härtesten Fels des
Landes formte sie einen kleinen Kerl. Kurze Beine hatte er. Ein langer Bart
hing vom Mund hinab. Die Zwerge waren geschaffen. Throann Felsenblut ward er
getauft wurden. Millenia kümmerte sich um ihn. Sie zeigte ihm die Wälder. Sie
zeigte ihm die Gewässer. Doch es zeigte sich schnell, dass Throann sich in den
Höhlen und Bergen heimisch fühlte. Millenia, mit ihrer Liebe zur Natur, missfiel
das. Voller Trauer beobachtete sie, wie Throann Felsenblut Tag ein Tag aus die
Berge untersuchte. Und so sehr ihn das ganze auch faszinierte - Throann wollte
Gesellschaft. Artgenossen, die seine Neugier und seine Interessen teilten. So
geschah es, dass Millenia sieben weitere Brüder und Schwestern formte. Das alles
jedoch unter einer Bedingung: Die Zwerge würden von nun an auf sich selbst
gestellt sein. Sie dürften auf keine Unterstützung durch Millenia hoffen. So
ward das Volk der Zwerge von nun an für viele Jahre in den Bergen verschwunden.
Tausende von Jahren vergingen, in denen die Zwerge sich in ihren Höhlen
verschanzten und die Weiten der Berge erforschten. Jahre in denen die Waldelfen
ihr Glück in den Wäldern suchten. Jahre in denen die Hochelfen sich mehr und
mehr entwickelten.
Über die Jahrtausende hinweg war es Illuria jedoch leid, den Hochelfen weiter
ihr Wissen zu vermitteln. Im Laufe der Zeit hatte die Gier der Hochelfen nach
Wissen zu stark zugenommen. Mehr und mehr wollten sie wissen, während sie
vergaßen Illuria für Selbiges zu danken. Gleichzeitig hatten sich die Waldelfen
schon lange von ihr abgewandt. Und so kam es, dass Illuria ein neues Volk erschuf.
Ein Volk dass dankbarer sein sollte. Ein Volk dessen Lebensspanne kürzer
war - Die Menschen waren geboren.
Einem Kleinkind gleich erforschte das Volk der Menschen die für sie neue Welt.
Voller Neugier sogen sie alle Eindrücke in sich auf. Es zeichnete sich jedoch
schnell ab, dass die Menschen mit ihrem Wissen überfordert waren. Doch unter
der Führung Illurias kam es zunächst zu einem goldenem Zeitalter. Städte
wurden errichtet. Erste Tempel entstanden. Provisorische Straßen wurden gebaut.
Gar die ersten Handel zwischen den Menschen konnte Illuria beobachten. Doch
eines verpasste Illuria in ihrer Euphorie zu stoppen. Die Menschheit wuchs
rasant heran. In ihrem Tatendrang achteten sie dabei nicht auf die Natur.
Wälder wurden gerodet. Die Lebensräume der Tiere wurden ausgerottet. Doch
aufgrund der Dankbarkeit der Menschen störte das Illuria nicht. Oder sah sie
es nicht? Millenia hingegen registrierte es sehr wohl. Mit Missfallen beobachtete
sie die Zerstörung ihrer einst geschaffenen Natur. Zorn wuchs in ihr heran. Doch
die Liebe zu ihrer Tochter verbot es ihr einzuschreiten. Gegen das Wachstum der
Menschheit musste sie jedoch etwas tun. Das war die Geburtsstunde Beliars. Seine
Seele war durchtrieben von Dunkelheit. Seine Haut und seine Haare pechschwarz.
Und sein ganzes Tun zielte darauf ab, das Gedeihen und Wachstum zu verhindern.
Er sollte das Gleichgewicht wiederherstellen. Gleichzeitig war er Herr über das
Totenreich. Und so zögerte Beliar nicht lange. Er erschuf dunkle, bösartige
Kreaturen um den Menschen Einhalt zu gebieten. Trolle, Zyklopen, Dämonen, Orks
und viele andere bößartige Kreaturen schickte er auf die Welt. Zu Beginn zeigte
es auch Wirkung. Überrascht von den neuen Wesen und völlig unwissend, wie man
damit umgehen sollte, fielen viele Menschen den Monsterhorden zum Opfer. So
konnte Beliar vorerst dem übermäßigen Wachstum der Menschheit Einhalt gebieten.
Doch natürlich hatte auch Illuria ihre Hände noch im Spiel. Durch die neue
Situation sah sich Illuria gezwungen, die Menschen den Kampf zu lehren. Es
zeigte sich daraufhin, dass Beliareinen Fehler begangen hatte. In seiner Gier
nach Zerstörung und Tod hatte er es verpasst, seinen Untertanen Intelligenz
mitzugeben. Fortan rannten seine Kreaturen nur blindlings gegen die nun formierte
Menschheit.
Daraufhin ersann Beliar eine neue Taktik. Er brauchte neue Verbündete. Doch
seine Kräfte waren aufgebraucht, um neue Monster zu schaffen. So entschloss
er sich unter den Menschen neue Anhänger zu suchen. Eines Nachts zu später
Stund' zog Beliar in Menschengestalt und in eine Robe gehüllt in eines der
vielen Dörfer. Nichts ahnend und durch die Güte, die Illuria sie gelehrt hatte,
gewährten sie ihm Einlass in ihre Hütten. Am prasselnden Kamin erhob er dann
seine Stimme: "Ihr Menschen, glaubt Illuria kümmere sich um euch." Nach einer
kurzen Pause, in der einige Zuhörer zu debattieren begannen, sprach er weiter.
"Mitnichten! Sicher... solange ihr auf dieser Welt wandelt, wird es euch gut gehen.
Aber was ist nach eurem Tod? Denkt ihr, Illuria kümmert sich dann auch noch um euch?
Nein! Das tut sie nicht! Illuria kümmert sich nur um die Lebenden und ergötzt sich
an eurer Dankbarkeit. Was denkt ihr passiert nach dem Tod? Höllische Qualen erwarten
euch. Qualen, die ihr euch nicht einmal im Traum vorstellen könnt." Voller Neugier
und Angst lauschten sie seinen Worten. "Ich aber kann euch davor bewahren. Ich
kann euch helfen. Ich kann euch das Leben nach dem Tod versüßen. Dazu müsst
ihr euch aber von Illuria abwenden. Wandert nach Westen. Und habt keine Angst.
Ich bewahre euch vor dem Zorn Illurias. Mein Herr, Beliar, wird nicht zulassen
dass euch etwas geschieht! Verbreitet es im ganzen Land!" Mit diesen Worten
verschwand er, wohlwissend ob ihrer Wirkung. Und er hatte Recht. Seine Worte
hatten unter einigen Teilen der Dorfbevölkerung Anklang gefunden. Und seine Worte
wurden rasant weiter getragen. Nicht lang dauerte es, bis Beliar eine beachtliche
Anzahl an Anhängern gewonnen hatte. Doch auch das reichte Beliar noch nicht. Er
hatte ein Auge auf das Elfenvolk gerichtet. In ihrer schönen und arroganten Art
widerten sie ihm einerseits an, faszinierte ihn aber auch andererseits. Seine
Angst jedoch war groß, auch den Zorn Millenias auf sich zu ziehen wenn er
weitere Anhänger unter seinen Banner versammelt. So entschloss er sich, getarnt
als Spinne, das Volk der Hochelfen aufzusuchen. In seiner Gier suchte er die
schönste Jungfrau der Elfen. Blondes langes Haar. Makellose Haut. Sie erinnerte
ihn an Illuria. Ein groteskes Grinsen entstand auf seinen Lippen. Tief in der
Nacht dann besuchte er sie. In ihrer Arroganz nahm sie das ihr scheinbare niedere
Wesen gar nicht wahr. Und so konnte ihr Beliar unbehelligt den giftigen Biss
zufügen.
Wenige Tage nach dem Ereignis begann sie, an einem heftigen Fieber zu leiden.
Die Farbe ihrer Haut wurde dunkler und dunkler. Ihre Stimme rauher und rauher.
Die Elfen wussten damit nicht umzugehen. Sie kannten noch keine Krankheiten.
Und aus ihrer Angst heraus verbannten sie die Elfe aus ihrer Stadt. Doch sie
war nicht die Einzige. Einige hießen die Verbannung nicht gut und folgten der
Elfe. Weit entfernt vom Elfenwald war es dann soweit. Eines Nachts ließ ein
grotesker Schrei alle Schlafenden erwachen. Ein neues Wesen war erschaffen.
Die Elfe hatte sich in eine dunkle, hässliche, große Spinne gewandelt. Die
Geburtsstunde der Lloth. Mit ihren götterähnlichen Kräften biss sie auch
ihre einstigen Freunde die ihr gefolgt waren. Und es dauerte nicht lang. Das
Licht in ihren Seelen wich der Dunkelheit. Ihre Haut wurde ebenso schwarz.
Ihre Haare nahmen weiße Farbtöne an. Ihre Gestalten jedoch glichen weiterhin
denen von Elfen. Das Volk der Dunkelelfen war geboren. Ein Volk voller Hass.
Ein Volk dass durch Lloth geführt wird, doch unwissentlich Beliar dient.
All das entging Illuria nicht. Und seit diesem Zeitpunkt herrscht ein
ständiger Krieg. Ein Krieg zwischen Gut und Böse. Ein Krieg zwischen
Licht und Dunkelheit. Ein Krieg zwischen Illuria und Beliar.
Authoren: GM Aquila und GM Selon
Copyright: Freeshard Millenia
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